Fragen zur Kandidatur
Offene Fragen und Antworten zu Fragen der OB-Kandidatur (Öffentliche Veranstaltungen)
- Welche Ansätze sehen Sie, das Ehrenamt in Bonn zu stärken und in welchen Bereichen ist das besonders notwendig?
- Wie stehen sie zum Festspielhaus? Sollte man nicht lieber die Oper und die Beethovenhalle für das Geld sanieren?
- Wo setzen Sie Schwerpunkte in der Verkehrspolitik in den nächsten zwei Jahren nach Ihrer Wahl? Straße, Fahrradfreundlichkeit, Umweltzonen, ÖPNV, usw.?
- Wie stellt Ihr Euch die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität vor?
- Welche Maßnahmen könnte man ergreifen, dass Kinder, die sich zwischen 12.00 Uhr mittags und 03.00 Uhr und später in der Innenstadt aufhalten, ihren Eltern zugeführt werden? Wie werden diese Eltern beraten und unterstützt?
- Wie schätzen sie die Situation des Brand- und Katastrophenschutzes in Bonn ein?
- Wie wollt Ihr Kulturpolitik gestalten? Das Festspielhaus wird angesprochen. Werden Schauspiel, Oper, Kleinkunst unter der Finanzierung des Festspielhauses leiden?
Welche Ansätze sehen Sie, das Ehrenamt in Bonn zu stärken und in welchen Bereichen ist das besonders notwendig?
Ehrenamtliches Engagement bietet sich vorrangig im sozialen Bereich an. Das heißt Verantwortung für andere zu übernehmen. Dies gilt beispielsweise für Betreuung und Pflege bei der Mitarbeit in Senioreneinrichtungen. So gilt dies für die Mitarbeit in Fördervereinen für Kindergärten, Grundschulen oder auch Bibliotheken. Ich möchte Jugendliche noch mehr animieren ein freiwilliges soziales Jahr zu machen. Diese Zeit nutzt oftmals der eigenen Orientierung für das Berufsleben oder zur Vorbereitung auf ein Studium. Ehrenamtliches Engagement ist in den Aufgabenfeldern besonders wichtig, in denen sich Staat und auch die Kirchen wegen fehlender Geldmittel zurückgezogen haben. Dies ist gerade in den vorgenannten Aufgabenfeldern der Fall.
Wie stehen sie zum Festspielhaus? Sollte man nicht lieber die Oper und die Beethovenhalle für das Geld sanieren?
Die Verwirklichung des Festspielhauses ist für mich ein bedeutsames „Leuchtturmprojekt“ für Bonn. Die bisherigen Zusagen großer Unternehmen aus Bonn beziehen sich auf die Errichtung des Festspielhauses und nicht auf die Sanierung anderer Gebäude in Bonn. Somit kann man hier nicht „Äpfel“ mit „Birnen“ vergleichen. Neben den Errichtungskosten für das Festspielhaus fallen auch Betriebskosten an, die mit den geschätzten Einnahmen durchkalkuliert werden müssen. Als Oberbürgermeister würde ich sehr gerne in naher Zukunft „grünes Licht“ für das Festspielhaus geben können.
Die Renovierung von Oper und Beethovenhalle sind zwingend notwendig. Sollte es möglich sein, eise die bisherigen Veranstaltungen in der Oper gänzlich ins Festspielhaus zu integrieren, könnte auch die Veräußerung des Filet-Grundstücks an der Kennedybrücke zusätzliches Geld einbringen. Dann wäre eine Renovierung der Beethovenhalle, die aus meiner Sicht erhaltenswert ist, leichter möglich sein.
Wo setzen Sie Schwerpunkte in der Verkehrspolitik in den nächsten zwei Jahren nach Ihrer Wahl? Straße, Fahrradfreundlichkeit, Umweltzonen, ÖPNV, usw.?
Ich setze in erster Linie auf den Öffentlichen Personennahverkehr, insbesondere auf Straßenbahn und U-Bahn, die so weit wie möglich auf eigenen Trassen unterwegs sind und somit schnelle, zuverlässige und umweltfreundliche Verbindungen darstellen. Deshalb sollte so schnell wie möglich die Linie 61 und 62 – unabhängig von der in Planung befindlichen Hardtbergbahn – vor dem Hauptbahnhof unter die Erde geführt werden und am Bonner Talweg wieder ans Tageslicht kommen. ÖPNV-Tickets dürften nicht in aller Regelmäßigkeit teurer werden. Ein Bürgerticket – genauso wie das erfolgreiche Schülerticket – ist für mich eine Version. Ein Preis, immer fahren können und immer einen gültigen Fahrtausweis ist die Devise.
Die Anbindung an den Flughafen Köln/Bonn muss zeitnah verbessert werden. Ein direkter Zug einmal stündlich hin und zurück nur von 7 – 20 Uhr, reicht nicht aus. Darüber hinaus muss die S 13 gebaut werden.
Bonn als fahrradfreundliche Stadt ist bereits jetzt auf einem guten Weg. In den Stadtbezirken gilt es weitere Verbesserungsmöglichkeiten für den Fahrradverkehr zu schaffen. Hier müssen Vorschläge von vor Ort kommen, gemeint sind eigene Fahrradwege oder auch Abstellanlagen.
Der Individualverkehr kann nicht auf „Null“ zurückgefahren werden. Deshalb gilt es, intelligente und notwendige Straßenbaumaßnahmen anzugehen. Für mich ist die Situation an den Bahnübergängen in Kessenich, Dottendorf und Friesdorf ein großes Ärgernis. Hier muss sofort etwas geschehen. Den Bürgerinnen und Bürgern ist es nicht mehr zuzumuten, oftmals mehr als zwanzig Minuten vor geschlossenen Bahnschranken zu stehen.
Die verkehrliche Erschließung des neuen Campus Poppelsdorf der Universität Bonn hat für mich ein besonderes Augenmerk. Hier gilt es alle Angebote (Bus, Fahrrad und Individualverkehr) zu vernetzen, so dass Endenich und Poppelsdorf nicht im Verkehr stecken bleiben.
Eine Umweltzone für die Innenstadt halte ich wegen der Kleinräumigkeit für nicht sinnvoll. Messergebnisse müssen aber noch zeigen, inwieweit bestimmte Straßen (Reuterstr.) dies erfordern.
Wie stellt Ihr Euch die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität vor?
Die Universität ist ein Motor der Innovation in unserer Region. Das muss in Zukunft deutlicher herausgestellt werden. Sie ist einer der größten Arbeitgeber Bonns. Die Universität versorgt die starke Bonner Wirtschaft mit hoch qualifizierten Arbeitskräften. Und sie schafft zusätzliche Arbeitsplätze. So werden ca. 400 neue Hightech-Jobs mit dem jüngst von Uni- und Uniklinik-Forschern eingeworbenen Deutschen Demenzforschungszentrum nach Bonn kommen. Eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen Bundesstadt und Bonner Universität zeichnet sich durch ein gutes persönliches Verhältnis der Verantwortlichen aus. Dies gilt es zu stärken. Die peinlichen Geschichten um die Hofgartenwiese dürfen sich nicht wiederholen.
Welche Maßnahmen könnte man ergreifen, dass Kinder, die sich zwischen 12.00 Uhr mittags und 03.00 Uhr und später in der Innenstadt aufhalten, ihren Eltern zugeführt werden? Wie werden diese Eltern beraten und unterstützt?
Den Kindern und Jugendlichen, die bereits am Nachmittag und Abend, aber insbesondere auch nachts in der Stadt alleine unterwegs sind, gilt besondere Aufmerksamkeit. So gilt es die Freizeitangebote nach der Schule zu stärken. Vorschläge und Ansätze gibt das Forum Familie, welches unter der Leitung der beiden großen Kirchen in Bonn das Thema derzeit intensiv behandelt. Dazu gehören Sport- und Freizeitangebote über Bildungseinrichtungen und Vereine. Beratung und Hilfe benötigen die Eltern der Kinder und Jugendlichen, die offensichtlich ziellos und auch oftmals alkoholisiert am Abend und in der Nacht in Bonn unterwegs sind. Hier gilt das Elternrecht und auch die Elternpflicht. „Eltern haften für Ihre Kinder“ steht oft an Baustellen. Dies gilt auch für die Freizeit. Wo es Eltern nicht schaffen oder es versäumen ihrem Nachwuchs den richtigen Rat mit auf den Weg zu geben, müssen die Ämter helfen. Dies gilt für das Amt für Kinder, Jugend und Familie, das Ordnungsamt und die Gewerbeaufsicht, wie auch für die Polizei. In einem bereits schon funktionierenden Netzwerk müssen die Jugendschutzbestimmungen kontrolliert werden. Dazu zählt keine Abgabe von Alkohol an Kinder und Jugendliche durch Geschäfte, Kioske oder auch in Gaststätten. Sollten Kinder und Jugendliche zu den jugendgefährdenden Zeiten aufgegriffen werden, so müssen sie durch die Behörden unmittelbar wieder an die Eltern übergeben werden oder in entsprechenden Jugendeinrichtungen vorübergehend untergebracht werden.
Wie schätzen sie die Situation des Brand- und Katastrophenschutzes in Bonn ein?
Mit Beginn 2009 hat die Verwaltung die Bedürfnisse im Rettungsdienst und Krankentransport fortgeschrieben und kompetenten Anbietern die Durchführung übertragen. So erreichen in 90% der Alarmierungen die Rettungswagen und die Feuerwehr ihr Einsatzziel in acht Minuten. Mit der Bonner Berufsfeuerwehr und den vielen freiwilligen Feuerwehren in zahlreichen Ortsteilen Bonns sind wir gut aufgestellt. Erfreulich ist die gute Nachwuchswerbung bei den „Freiwilligen“, wo die Jugendfeuerwehren vermehrt Zuspruch finden. Hier werden Grundlagen geschaffen für ein späteres ehrenamtliches Engagement. Im Katastrophenschutz kommt es darauf an, dass mit gut geplanten Übungen der Ernstfall geübt wird. Dies geschieht in Bonn regelmäßig. Es gilt, das Notfallkonzept in Schulen gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr und den Schulen fortzuschreiben. In jedem Stadtbezirk sollte eine Schule so ausgerüstet ist, dass im Krisenfall neben der Haupteinsatzleitung schnellstmöglich ein Kompetenzzentrum für Betroffene, Angehörige oder auch die Presse eingerichtet werden kann.
Wie wollt Ihr Kulturpolitik gestalten? Das Festspielhaus wird angesprochen. Werden Schauspiel, Oper, Kleinkunst unter der Finanzierung des Festspielhauses leiden?
Die Unterstützung der Kultur, egal ob Bücherei, Schauspiel, Kleinkunstbühne oder Konzerte ist sehr wichtig und richtig. Sie ist unabhängig von der Errichtung des Festspielhauses zu sehen. Problem ist, dass diese „Kulturleistungen“ freiwillig sind und das „Stadtsäckel“ umfänglich belasten. Freiwillige Leitungen können nur solange gezahlt werden, so lange die Bundesstadt Bonn nicht unter einem Haushaltssicherheitskonzept leidet. Dann gäbe es keine Spielräume für kulturelle Leistungen. Deshalb wird es notwendig werden, alle Förderungen so zu gestalten, dass ein kulturelles Grundangebot vorhanden ist. Sponsoring oder „public private partnership“ bieten sich im Kulturbereich an.