Themen
- Bonn als soziale Stadt
- Bonn als sichere Stadt
- Bonn als Stadt der Bildung
- Bonn als Stadt der Integration
- Bonn als Stadt im demografischen Wandel
- Bonn als umweltfreundliche und lebenswerte Stadt
- Bonn als schuldenfreie Stadt
- Bonn als internationale Stadt
Bonn als soziale Stadt
Die Bürgerinnen und Bürgerinnen in Bonn sollen sich in einer sozialen Stadt wohlfühlen. Interesse und Mitverantwortung wecken ist für mich ein wichtiges Ziel. Dazu gehört das Zusammenleben im Wohnquartier, aber auch sich ehrenamtlich zu beteiligen. Der Nachbar darf nicht der „nächste Fremde“ sein. Soziale Stadt heißt für mich auch Vorbild sein, anderen helfen, andere ansprechen und Freizeit investieren. Hier ist mein wichtigstes Ziel den Kindern und Jugendlichen die „Vitamine“ mitzugeben, die für ihre Entwicklung notwendig sind. Elternverantwortung, Hilfe durch Ämter wenn nötig, Ganztagsschule oder entsprechende Angebote in der Freizeit sind notwendig. Freizeitgestaltung durch Sportvereine und Angebote sind unverzichtbar. Deshalb dürfen hier keine Sparmaßnahmen greifen. In die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen muss investiert werden.
Zur sozialen Stadt gehört das Ehrenamt. Wir alle sollten bereit sein, Ehrenämter nicht nur in der Politik zu übernehmen. Als stellvertretender Stadtbeauftragter bei den Maltesern erfahre ich, wie schwierig und verantwortungsvoll die Führung von mehreren 100 ehrenamtllichen und hauptamtlichen Menschen ist. Wichtig ist hier, wie auch bei allen anderen caritativen Organisationen oder Hilfsorganisationen, Freiwillige zu haben, die bei besonderen Ereignissen in der Stadt ihr Wissen und ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen.
Wie vielfältig und erfolgreich Ehrenamt sein kann, zeigt eine Bücherei in Bonn-Kessenich. Hier haben der Förderverein mit Unterstützung der Politik und Verwaltung es geschafft, eine von Kirche und Stadt unabhängige und schwarze Zahlen schreibende Bibliothek zu betreiben. Und es ist die erste Solarbibliothek Deutschlands. Energetisch fährt sie heute schon Gewinne ein. Gestützt wird die Arbeit durch einen engagierten Kreis zahlreicher Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit insbesondere für die Bildung der Kinder einsetzen.
Bonn als sichere Stadt
Bonn ist eine sichere Stadt. Es ist aber wichtig, dass die Menschen sich auch sicher fühlen. In meinen zahlreichen Gesprächen bin ich den vergangenen Monaten mehreren 100 Kindern, Jugendlichen, Eltern und auch Senioren begegnet, die sich subjektiv unsicher fühlen. Sie haben mir viele Fragen gestellt, die sich mit dem Leben in unserer Stadt verbinden. Es zeigt sich, dass sich Senioren abends nicht mehr vor die Türe trauen, besorgte Eltern Selbstbehauptungskurse für ihre Töchter und Söhne nachfragen, oder auch die einfache Angst vor Einbruch oder Überfällen vorhanden ist. Ein Unsicherheitsgefühl verbreiten auch jugendliche Gruppen, die im Stadtbild auf Straßen und Plätzen oftmals alkoholisiert unterwegs sind und „Unwohlsein“ verbreiten. Für mich ist es wichtig, im Netzwerk mit den Bürgerdiensten, dem Jugendamt, dem Schulamt und der Polizei Grenzen zu ziehen. Dies muss einerseits durch Kontrolle und andererseits durch Prävention geschehen, in dem die Jugendlichen angesprochen werden und ihnen Angebote unterbreitet werden. Hier gilt es insbesondere die Nachmittagsangebote für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen auszuweiten. Hier eröffnet sich eine wichtige kommunale Aufgabe, die alle Bürger und Bürgerinnen interessiert. Ein gutes Sicherheitsgefühl schaffen heißt, hier die Menschen zu informieren und zu beraten. Ein gutes Wohnquartier und soziale Bindungen mit den Nachbarn führen dazu, dass wir weniger Täter und somit auch weniger Opfer haben.
Zur sicheren Stadt gehört für mich auch die Errichtung eines kontrollierten „Straßenstrichs“. Da die Straßenprostitution nicht unsichtbar oder auch erfolgreich stadtweit verboten werden kann, gilt es zeitnah eine Örtlichkeit zu finden, die von den Kunden und den Prostituierten angenommen wird. Für mich geht es hierbei um einen kontrollierten Platz mit sogenannten „Verrichtungsboxen“, die sich in anderen Städten bewährt haben. Dies dient auch dem Schutz aller Beteiligten.
Die Verstärkung des Ordnungsdienstes führt nicht zur Kostenerhöhung beim Personal. Mit den festgestellten Verstößen gegen die Umwelt, das Abfallgesetz oder auch anderer Verstöße lassen sich Kontrolleure selbst finanzieren und auch Geld darüber hinaus in die Stadtkasse bringen.
Bonn als Stadt der Bildung
Das Thema Bildung ist für die kommenden Jahre ein zentraler Aufgabenbereich und eine wichtige Herausforderung an Verwaltung und Politik. Mit den erfolgten Beschlüssen zur vierten Gesamtschule sind wir auf einem goldrichtigen Weg. Für mich gilt aber auch das Recht auf Unterricht und das Recht der Lehrer unterrichten zu können. Mit ca. 20.000 schulpflichtigen Jugendlichen an Berufskollegs in Bonn haben wir eine Schülergruppe, die zuweilen nicht über Schulabschlüsse verfügt, mit denen sie eine Lehre beginnen oder eine Ausbildung beenden können. Dieser Gruppe gehört insbesondere meine Aufmerksamkeit. Diese Jugendlichen müssen angesprochen und angeleitet werden, sich wieder wertvoll zu fühlen und sich selbst als ernst genommenen Bestandteil unserer Gesellschaft mit einzubringen. Der angebotene Unterricht soll nicht als Belastung, sondern als individuelle Chance verstanden werden.
Zur Bildung gehört aber auch für mich den Universitätsstandort Bonn Ca. 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeiten für den Standort, von der Putzfrau bis zum Professor. Die Stärkung der Bonner Universität ist für mich eine große und wichtige Herausforderung die Bundesstadt als wichtige Hochschulstadt zu stärken. Dazu gehören der neue geplante Campus in Poppelsdorf, wie auch eine enge Zusammenarbeit der Verwaltung mit Wissenschaft und Forschung. Die Studentinnen und Studenten sind ein wichtiger Bestandteil im gesellschaftlichen und sozialen Leben in Bonn.
Bonn als Stadt der Integration
In Bonn leben Menschen aus allen Teilen der Welt, die aus unterschiedlicher Motivation in unsere Heimatstadt gekommen sind. Dies gilt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der großen Unternehmen genauso, wie auch für die hier lebenden Flüchtlinge, die wegen Flucht oder Vertreibung in Bonn leben. Für mich heißt gelungene Integration, dass „Linda aus Schweden, Vasha aus Indien, Mohammed aus der Türkei oder auch Igor aus Russland“ sagen können: „Ich bin ein Bonner mit Herz“. Sprachkompetenz ist für mich die notwendige Voraussetzung sich in Bonn integrieren und auch wohlfühlen zu können. Neben mehrsprachigen schriftlichen Informationen muss eine Ansprache erfolgen. Gesundheitsvorsorge und Hilfsangebote bereits in der frühkindlichen Erziehung, sind unverzichtbar, den Eltern helfen zu können, sich hier in Bonn zurechtzufinden. Meine persönliche Erfahrung aus den Ausschüssen für Kinder, Jugend und Familie in Bonn, Bad Honnef, Königswinter und Meckenheim zeigt, dass ein abgestimmtes Angebot zwischen den sozialen Diensten und den Hilfen zur Erziehung mit qualifiziertem Personal eine notwendige Voraussetzung ist, gelungene Integration zu ermöglichen.
Bonn als Stadt im demografischen Wandel
Der Anteil der Bürgerinnen und Bürger im Ruhestand steigt stetig an. Die Gunst, heute älter werden zu können, hat aber zur Folge, dass sich die Stadt mit Verwaltung und Politik auf diesen demografischen Wandel einstellen muss. Hier sind geeignete Wohnquartiere für Seniorinnen und Senioren genauso bedeutsam, wie auch die Hilfe für alters- oder krankheitsbedingte Betreuung und Pflege. Versorgungseinrichtungen wie Läden des täglichen Bedarfs, eine gute Anbindung an Bus und Bahn und die Möglichkeit, am kulturellen Leben teilnehmen zu können, sind wichtige Voraussetzungen, mobil zu bleiben und sicher ankommen zu können.
Bonn als umweltfreundliche und lebenswerte Stadt
Das umweltfreundliche und lebenswerte Bonn ist ein wichtiger Wohn- und Standortfaktor. Lebensgefühl im „Veedel“, egal ob in Buschdorf oder Beuel, in Medinghoven oder Mehlem muss gestärkt werden. Die Chance für Bonn steckt in den vielen kleinen Stadtteilzentren, die sich polyzentrisch um die Innenstadt gebildet haben. Gastronomie und Geschäfte, aber auch das Vereinsleben und die Sportvereine zeichnen Bonn als lebenswerte und liebenswerte Stadt aus. Umweltfreundliche Energien zu unterstützen und voranzutreiben sind notwendige Herausforderungen, Energie für den Einzelnen preiswerter und nachhaltiger anzubieten. Neben dem Eigenheimbesitzer sollten auch die Wohnungsbauunternehmen diese Angebote nutzen und somit Angebote für ihre Mieter anbieten.
Die Stadtplanung und Stadtentwicklung ist ein wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung unserer Stadt. So sollen neu geplante Wohngebiete, wie in Buschdorf „auf dem Rosenfeld“ richtungsweisend sein für nachhaltige Stadtentwicklung und Berücksichtigung kriminalpräventiver Aspekte. Bonn als Stadt der Prävention könnte mit der Ausrichtung des Deutschen Präventionstages 2012 im Städtebau ein weiteres nationales und internationales Zeichen setzen.
Bonn als schuldenfreie Stadt
Ein schuldenfreies Bonn ist ein zwingender Wunsch, der für mich die größte Herausforderung darstellt. Derzeit sind aber die Steuereinnahmen der großen Unternehmen unkalkulierbar. Die derzeitige Finanzkrise lässt hier große Spielräume nicht zu. Hier gilt es, zusätzliche Schulden zu vermeiden und Einsparpotentiale behutsam zu prüfen. Die Privatisierung städtischer Aufgaben muss kritisch geprüft werden. Veräußerung oder Vermietung von städtischem Besitz müssen im Einzelfall genau unter die Lupe genommen werden. „Private public partnership“ bietet eine gute Chance, mit örtlichen Investoren öffentliche Gebäude zu bauen oder auch zu renovieren. Hier muss alles auf den Tisch.
Bonn als internationale Stadt
Die einmalige Chance, die Bonn als ehemalige Bundeshauptstadt hatte und erneut mit der Ansiedlung von UN-Institutionen bekommen hat, reiht sie ein in international immer wieder genannte Städte. So sind die Menschen aus vielen Ländern, die bei den Vereinten Nationen in Bonn arbeiten, „Botschafter“ für Bonn zu werben. Sie sind diejenigen, die unsere Stadt als touristische oder auch Konferenzstadt bekannt machen können. Eng zusammen hängt dabei das geplante Festspielhaus, welches mit dem Bezug zu Beethoven, einem der großen Söhne Bonns, eine weitere internationale Möglichkeit bietet, Bonn als Reiseziel zu wählen.